Ein neuer Backofen, frisch eingebaut, erstes Einschalten – und dann dieser Geruch. Scharf, irgendwie chemisch, manchmal leicht rauchig. Viele sind in diesem Moment verunsichert und fragen sich, ob mit dem Gerät etwas nicht stimmt.
Meistens stimmt alles. Aber das beruhigt nur bedingt, wenn die Küche riecht wie eine Fabrikhalle.
Was diesen Geruch beim ersten Betrieb verursacht
Neue Backöfen kommen mit Schutzschichten, Produktionsrückständen und Beschichtungen, die beim ersten Erhitzen abbrennen. Das betrifft vor allem die Innenwände, die Heizelemente und das Isoliermaterial hinter den Wänden. Diese Stoffe sind nicht gefährlich – sie sind schlicht Rückstände aus dem Herstellungsprozess, die einmalig verbrannt werden müssen.
Hinzu kommen Öle und Fette, die beim Transport oder zur Konservierung aufgetragen werden. Auch Kleber und Dichtungsmaterialien an der Tür geben beim ersten starken Erhitzen Gerüche ab.
Das alles ist normal. Es ist unangenehm, aber es ist kein Zeichen eines defekten Geräts.
Wie lange dauert das – und was hilft?
Die meisten Hersteller empfehlen ein sogenanntes Einbrennen: den Backofen einmal leer auf höchster Stufe laufen lassen, mindestens 30 bis 60 Minuten, bei guter Belüftung. Manche Geräte brauchen zwei Durchgänge, bis der Geruch vollständig nachlässt.
Dabei gilt: Fenster auf, Küche lüften, am besten den Raum verlassen. Nicht weil es gefährlich ist, sondern weil der Geruch intensiv ist und sich unnötig festsetzen kann.
Natron hilft auch hier. Eine Schale mit Wasser und Natron beim zweiten oder dritten Aufheizen in den Ofen stellen – das beschleunigt die Neutralisierung der restlichen Geruchsstoffe merklich. Mehr dazu im Artikel Natron gegen Backofengeruch.
Was genau beim Einbrennen zu beachten ist und wie lange man lüften sollte, ist im Artikel Neuer Backofen einbrennen und lüften ausführlicher beschrieben.
Wann der Geruch nicht normal ist
Es gibt Gerüche, bei denen man hellhörig werden sollte. Wenn der Backofen nach mehreren Einbrenndurchgängen noch immer stark nach Plastik, Gummi oder Chemie riecht – nicht nur schwach, sondern intensiv – dann lohnt ein genauerer Blick.
Plastikgeruch, der nach zwei bis drei Betriebszyklen nicht nachlässt, kann auf ein Problem mit der Verpackung hinweisen, die irgendwo im Gerät vergessen wurde. Das passiert öfter als man denkt: Schutzfolien hinter dem Backblech, Styroporreste in der Schublade oder Plastikteile am Zubehör, die nicht entfernt wurden.
Vor dem ersten Einbrennen also immer alles gründlich kontrollieren – Backblech herausziehen, Schublade leeren, Innenwände absuchen.
Nach dem Einbrennen noch immer Geruch?
Wenn nach zwei vollständigen Einbrenndurchgängen mit Lüftung der Geruch zwar schwächer, aber nicht weg ist – das ist bei manchen Geräten einfach so. Einige Backöfen, vor allem solche mit aufwendigerer Beschichtung oder Emaille-Innenraum, brauchen mehrere Wochen normalen Betriebs, bis sich der Geruch vollständig verflüchtigt hat.
Das ist keine Fehlfunktion. Es ist der normale Prozess, bis das Gerät wirklich eingespielt ist.